Versand von Wandtattoos und die Geschichte mit zwei Pappröhren

Ein Mann hält neben einer Rollenbahn zwei mit Packband zusammengeklebte Pappröhren.

Vor etwa drei Jahren erlebten wir eine seltsame Geschichte mit den Pappröhren, in denen wir Wandtattoos in die ganze Welt verschicken. Angefangen hatte alles schon früher, als ich unsere Druckproduktion aufbaute. Beim Versand von Wandtattoos stellte sich sofort die Frage nach der richtigen Verpackung. Pappröhren schienen die logischste Wahl. Sie sind stabil und leicht, und ein aufgerolltes Wandtattoo passt genau hinein, ohne dass viel Luft mitreist.

Ich fand einen Hersteller, wir bestellten eine ganze Palette Röhren und arbeiteten damit ganz normal weiter. Wir verschickten sie mit Omniva, DHL und FedEx. Dann schrieb uns FedEx mitten im Dezember, also in unserer Hochsaison, dass unsere runden Röhren ab dem 1. Januar nur noch gegen Aufpreis angenommen würden. Entweder wir zahlten 25 Euro zusätzlich pro Paket oder wir änderten die Verpackung. Alles war eingerichtet, das Lager voller Röhren, und wir hatten noch zwei Wochen Zeit.

Ich rief unseren Kundenbetreuer an und fragte, was passiert sei. Es war ein rein mechanisches Problem. Unsere Röhren waren 60 cm lang und hatten einen Durchmesser von 5 cm, und auf der automatischen Sortieranlage rollten sie los, drehten sich quer und rutschten zwischen die Förderrollen. Dort blieb die Röhre hängen und drehte sich auf der Stelle, während weitere Pakete dagegenstießen, hochsprangen und einen Stau verursachten. Die Anlage musste angehalten und der Stau von Hand beseitigt werden. So wie ich die Erklärung verstand, hatte FedEx genug davon und wollte für die manuelle Bearbeitung unserer Pakete nun 25 Euro zusätzlich berechnen.

Ich suchte nach Alternativen, denn so kurzfristig eine neue Verpackung zu finden war schwierig. FedEx bot uns eigene dreieckige Versandröhren an. Darin hätten wir aber für 4 kg Volumengewicht zahlen müssen, obwohl das Wandtattoo nur 100 Gramm wog. Das kam für uns nicht infrage. Wir suchten rechteckige Kartons, doch niemand konnte sie bis zum 1. Januar herstellen.

Also mussten wir improvisieren, und die vorübergehende Lösung war ehrlich gesagt absurd. Wir klebten zwei unserer runden Röhren zusammen, damit das Paket nicht mehr rollen konnte. In eine Röhre kam das Wandtattoo, die andere reiste leer mit. Wir hatten auch dreieckige Teile und andere Aufsätze für eine einzelne Röhre vorgeschlagen, aber FedEx akzeptierte keine dieser Varianten. Damals fiel uns nichts Besseres ein.

Das Verpacken dauerte mit zwei Röhren dreimal so lange und verbrauchte doppelt so viel Material. Richtig lustig wurde es aber erst, als die Kunden ihre Pakete bekamen. Jemand öffnete die erste Röhre und fand nichts darin. Sofort kam eine wütende Nachricht mit der Forderung nach einer Rückerstattung, weil wir nur Luft geschickt hätten.

Wir mussten jedem erklären, dass auch die daneben angeklebte zweite Röhre geöffnet werden musste. Darin lag die Bestellung. Die leere Röhre war nur dazu da, die Sortiermaschine zufriedenzustellen. Die Leute wunderten sich, fanden aber ihre Ware.

Nach zwei Monaten kamen endlich die eigens für uns hergestellten rechteckigen Kartons. Seitdem verwenden wir für FedEx nur noch diese. Omniva und DHL nehmen unsere runden Röhren weiterhin an, offenbar funktionieren deren Sortieranlagen anders. So viel zu Logistik, leeren Röhren und Staus auf dem Förderband.

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