Warum wir keine Autoscheiben mehr tönen

Ein Mann hält eine Rolle dunkler Tönungsfolie vor sein Gesicht, ein Teil seines Gesichts ist durch die Folie zu sehen.

Wir waren sicher, dass wir jede Arbeit mit Folie schaffen, bis wir uns an Autoscheiben gewagt haben. Wir können ein ganzes Auto in einer anderen Farbe folieren, die Karosserie mit Lackschutzfolie schützen oder Schaufenster und Wohnungsfenster mit verspiegelter Fensterfolie bekleben. Doch viele fragen mich, ob wir auch Autoscheiben tönen. Auch dazu gibt es eine Geschichte.

Sie begann vor etwa vier Jahren, als wir in unser neues Büro in der Laki 4 umzogen. Unsere Mitarbeiter machten eine umfassende Schulung zum Tönen von Autoscheiben, und wir kauften die Materialien. Wir setzten den Preis etwas unter dem damaligen Marktpreis an, rund 120 Euro für die hinteren Seitenscheiben und die Heckscheibe. Die Rechnung schien einfach, etwa 40 Euro für die Folie und zwei Stunden Arbeit. Es schien klar, wie viel wir daran verdienen würden.

Dann kam der erste Kunde, und die Realität holte uns ein. Statt zwei Stunden brauchten die Jungs acht und arbeiteten bis spät in die Nacht. Die Folie bekam Knicke und kleine Beschädigungen, und es entstanden Blasen. Wir zogen sie wieder ab, schnitten neue Stücke zu und verbrauchten am Ende dreimal so viel Folie wie geplant. Das Ergebnis gefiel weder dem Kunden noch uns. Also entfernten wir alles, reinigten die Scheiben und zahlten das Geld zurück.

Wir beschlossen, an meinem eigenen Auto zu üben. Das Ergebnis sah ganz gut aus, also nahmen wir einen zweiten Auftrag an. Mit der Folie kamen wir diesmal besser zurecht, doch es gab ein anderes Problem. Obwohl wir die Türverkleidung abdeckten, gelangte Wasser auf den Stoff, denn die Folie wird mit einer Seifenlösung angebracht. Wir mussten die Türverkleidung auf eigene Kosten reinigen und wieder in Ordnung bringen lassen. Wieder machten wir Verlust.

Beim dritten Versuch berücksichtigten wir die bisherigen Fehler und deckten alles sorgfältig ab. Aber die Heckscheibe einer Limousine machte uns zu schaffen, weil man sie von innen bekleben muss und kaum Platz zum Arbeiten hat. Wir wurden fertig, alles sah glatt aus, und der Kunde fuhr zufrieden nach Hause. Nach einer Woche kam er zurück, weil die Folie Wellen bekommen hatte. Wir machten die Arbeit noch einmal, doch nach einiger Zeit kamen die Wellen zurück, wenn auch nicht mehr so stark. Am Ende zahlten wir wieder das Geld zurück.

Wir setzten uns zusammen und rechneten nach, wie viel Geld und Nerven uns das gekostet hatte. Für einen Auftrag über 120 Euro waren Aufwand und Risiko einfach zu hoch. Deshalb beschlossen wir, das Tönen von Autoscheiben bis auf Weiteres ganz einzustellen. Auf die besseren Zeiten warten wir bis heute.

Mit flachen Scheiben in Büros und Wohnungen kommen wir weiterhin sehr gut zurecht. Dort lassen sich die ebenen Flächen für unser Team einfach mit Fensterfolie bekleben. Wenn es um Autoscheiben geht, vermitteln wir die Arbeit heute mit gutem Gewissen an unsere Partner oder empfehlen spezialisierte Betriebe.

See Decords in Action